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"alle meine rinder haben namen"

Zwischen Burgerbrötchen und auf dem heissen Stein servieren wir es - das Fleisch der Rinder von Lukas May.

Er verrät was seine Rinder aus Kleindietwil so besonders macht

Warum eignet sich gerade der Standort so gut für die Rinderhaltung?

Unser Hof befindet sich in der Gemeinde Madiswil, im Ortsteil Kleindietwil im Kanton Bern. Unsere Region bietet alle Grundlagen für eine ideale Bewirtschaftung von Grünlandflächen. Am Rande des Langententals weisst der grösste Teil unserer 31 Hektar grossen Gründlandfläche eine leichte bis mittlere Hangneigung auf. Aufgrund unserer Höhenlage erhalten wir genug Jahresniederschlag, was das Graswachstum äusserst positiv beeinflusst. Es bilden sich keine trockenen aber auch keine überaus feuchten Stellen, wodurch auch bei Weidegängen der Tiere keine grösseren Landschäden entstehen.

 

Wie viele Rinder hältst Du auf deinem Hof?

Im Durchschnitt befinden sich auf unserem Hof ca. 50 Mutterkühe mit Kälbern, zwei Stiere und ca. 40 Jungtiere im Alter zwischen zehn Monaten und zwei Jahren.

 

Verbringen die Rinder ihr ganzes Leben auf Eurem Hof?

Die Rinder bleiben fast ihr ganzes Leben auf unserem Hof - Ausnahme sind die Sommermonate Juni, Juli und August. In dieser Zeit befindet sich ca. die Hälfte unserer Tiere auf zwei verschiedenen Alpen. Dort geniessen sie den Sommer in einer idealen Umgebung. Dadurch erleben auch unsere Rinder einen Hauch von Sommerferien!

 

Wovon ernähren sich Deine Rinder?

Im Sommer erhalten unsere Tiere fast ausschliesslich Gras, das sie bei ihrem Weidegang verzehren. In den Wintermonaten erhalten sie konserviertes Gras in Form von Heu und Grassilage. In den letzten Monaten vor der Schlachtung erhalten Sie zusätzlich Maissilage und Altbrot, das als Kraftfutter-Ersatz eingesetzt wird. Das Altbrot beziehen wir von Bäckereien in Huttwil. Durch die Fütterung von Maissilage und Altbrot optimieren wir die Fleischqualität zusätzlich. Die gesamte Fütterung der Rinder wird nach dem Motto „Feed-no-Food“ durchgeführt. Wir verfüttern keine Nahrungsmittel, die auch für die menschliche Ernährung gedacht sind.

 

 

Wie viel Zeit verbringen die Rinder auf der Weide?

Den gesamten Winter verbringen die Rinder im Stall mit Laufhof. Diese Art der Haltung erfüllt in der Schweiz die höchsten Ansprüche in Bezug auf eine artgerechte Tierhaltung und des Tierwohls. Im Sommer befinden sie sich hingegen fast ausschliesslich auf der Weide. Hier haben sie zudem ständigen Zugang zum Stall, damit Sie sich an heissen Tagen zurückziehen können und nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind.

 

Wie läuft bei Deinen Rindern der Schlachtprozess ab?

Die Tiere, die für das stadtbad* in Olten geschlachtet werden, werden in der Dorf-Metzgerei Tschanz bei uns in Kleindietwil geschlachtet. Die Tiere transportiere ich persönlich ins Schlachthaus. Dort begleite ich die Tiere noch bis der Schlachtprozess nach Schweizer Standards durchgeführt wurde. Dadurch haben die Rinder bis ans Ende ihres Lebens eine vertraute Person an ihrer Seite.

 

Was hältst Du persönlich von dem nose-to-tail-Konzept?

Durch das nose-to-tail-Konzept ist in den letzten Jahren die Nachfrage nach „ganzen Rindern“ gestiegen. Ein Landwirt, der Tiere hält, muss die Verantwortung für jedes einzelne Tier tragen können. Für mich heisst das, dass die Tiere artgerecht und respektvoll betreut und gepflegt werden. Dazu zählt für mich auch, dass aus dem Fleisch meiner Rinder das Bestmögliche herausgeholt wird und dem ganzen Schlachtprozess der nötige Respekt entgegengebracht wird. Genau das wird beim Konzept „nose-to-Tail“ optimal umgesetzt. Deswegen unterstütze ich das Konzept sehr gern.

 

Warum hast Du dich gerade für den Beruf des Landwirts entschieden?

Ich betreibe den Hof zusammen mit meinen Eltern in Form einer Generationen-Gemeinschaft. Deshalb bin ich schon auf dem Bauernhof aufgewachsen und habe früh gemerkt, dass mir die tägliche Arbeit auf dem Hof Freude bereitet. Schon nach dem Abschluss der Grundschule war für mich klar, dass ich Landwirt werden möchte. Für mich ist der Beruf Landwirt nicht nur ein Beruf, sondern meine Berufung.

 

Wie sieht Dein typischer Alltag aus?

Ich stehe morgens um 6 Uhr auf und beginne mit der täglichen Stallarbeit. Dazu gehört das Füttern der Tiere, Misten und die Betreuung der Tiere. Das beansprucht tagesabhängig zwei bis drei Stunden. Danach beginne ich mit Tagesarbeiten. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen: heuen, Zäune errichten, güllen, Pflege der Wiesen, Unterhalt der Gebäude, Waldarbeiten und auch Pflegearbeiten bei den Rindern z.B. das Schneiden der Klauen oder das Schneiden des Felles zählen dazu. Den Tag beende ich um ca. 5 Uhr mit einer zweistündigen Stallarbeit. Um ca. 7 Uhr starte ich in den Feierabend.

 

Baust Du dadurch zu jedem Rind eine Bindung auf?

 Ja, ich baue zu jedem Rind eine Bindung auf, da ich sie von Geburt an begleite. Die Bindung ist nicht bei jedem Tier gleich intensiv. Einige Bindungen sind nur oberflächlich, bei anderen kenne ich den Charakter sehr genau.

 

Haben Deine Rinder dann auch Namen?

Ja, bei mir haben sämtliche Rinder einen Namen. Beispiele dafür sind Alberta, Bambi, Dolores, Emilia, Fanny, Mira oder Selena. Der Stier, der sich momentan auf dem Hof befindet, heisst Elvador.

 

Fällt es Dir schwer die Rinder gehen zu lassen?

Es ist für mich immer wieder ein Abschied von den Tieren. Weil dies aber zu meinem Beruf dazugehört und ich von Klein an damit konfrontiert wurde, kann ich damit gut umgehen.

 

Und isst Du denn selbst gern Rindfleisch?

Ich persönlich bin ein Rindfleischliebhaber. Ich esse ca. drei- bis viermal pro Woche Rindfleisch. Das stammt zum grössten Teil von unseren eigenen Rindern. Dadurch weiss ich wie die Tiere gehalten wurden und dass sie ein respektvolles Leben hatten. Das ist mir persönlich besonders wichtig.

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